16 September 2010

Bücher

Grade habe ich beim Buchdealer meines Vertrauens eine Kiste mit Sarrazin-Büchern stehen sehen. Frage ihn:
"Hast Du Kunden, die sowas lesen? Wie viele Bücher sind das denn?"
"Das sind so um die 50."
"Das ist ja mutig. Und hast du schon welche verkauft?"
"Seit vorletzter Woche etwa 280."
"Bitte?!?"
"Ich musste auf Vorrat bestellen, die sind zur Zeit gar nicht zu bekommen!"
Dazu muss man wissen, dass der Buchhändler meines Vertrauens weder Friedrich Hugendubel noch Hugo Dussman ist, sondern nur ein beliebiges kleines Fachgeschäft für gedruckte Literatur.¹
"Wer in Gottes Namen kauft denn hier in der Gegend sowas?"
Die Gegend ist nicht irgendeine abgelegene Provinz, wo man Moslems und 4-Hartzer nur vom Hörensagen oder aus den Schrei-Shows des Privatfernsehens kennt, sondern ein kleinbürgerlicher Stadtteil in der Berliner Innenstadt.
"Och, da sind eine Menge Leute dabei, die vorher wahrscheinlich noch nie selbständig ein Buch gekauft haben."
"Öcht?"
"Naja, ich muss da irgendwie mitmachen, auch wenn die mir suspekt sind. Ich lebe davon."
"Verstehe..."
Er bleibt trotzdem der Buchhändler meines Vertrauens, zu dem ich jeden Cent trage, den ich nicht übrig habe.



¹ den Link zur Webseite habe ich wieder entfernt, sonst kriegt er womöglich noch Ärger mit der dumpfen Sarrazin-Kundschaft

1 Kommentar:

Aintschie hat gesagt…

... und ich dachte, die Bücher werden vor den Schulen umsonst verteilt - so wie damals bei uns das Neue (oder war's das Alte) Testament von den Zeugen Jehovas (".... steinigt ihn....") oder Neonazi-CDs ...

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