01 Dezember 2016

Hinweis

Durch einen Zufall geriet Der Große Bloguator™ gestern in eine sehr schöne kleine italienische Bar am Ende der Monumentenstraße, right gegenüber dem Kreuzberg a.k.a. Viktoriapark.

Oder um die Ecke zum Eingang vom Golgatha … ach, der oder die interessierte Besucher\in findet es schon. Liegt in der Monumentenstraße 21 und heißt INCIBUS

 
 
Die haben offenbar nur eine Facebook-Seite, sind aber sonst ausgesprochen  nett und das Essen wie auch der Kaffee sind gut. Das ist doch was, oder?

Barmann ist ein italienischer Punk mit Irokesen und sie gehören wohl zu den Slowfood-Leuten, von denen es um die Schöneberger Rote Insel herum so einige gibt. Hingehen!

25 November 2016

Streik und Ordnung

In die Rubrik Neid. Gier und Geiz fällt vermutlich auch der regelmäßig wiederkehrende Pilotenstreik. Also: Nicht der Streik selbst, sondern die Empörung darüber. Gegenwärtig geht es um die Lufthansa, die sich als Premium-Fluglinie ausgibt.

Viele Mitbürger halten offenbar inzwischen Flugreisen für ein Grundrecht. Einige halten sogar extreme Billigflüge für ein Grundrecht.

Als vor einigen Wochen eine Billig-Fluglinie bestreikt wurde, wurden erregte Menschen als Zeugen herangezogen, die für ein paar Euro einen 600km-Flug gebucht hatten. Man könnte diese Strecke auch ganz bequem mit der Bahn fahren - ein solches Bahnticket kostet aber aus irgendeinem Grund erheblich mehr.

Dass bei bestehender Nachfrage nach Dumping-Angeboten clevere Kaufleute auch ein entsprechendes Angebot machen, scheint ja klar. Es gibt dann auch regelmäßig die Prestige-Frage, wer denn nun den Flug am aller billigsten gebucht hat. Das ist reine Angeberei, hat aber jeder von uns schon erlebt.

Unternehmen können auf Dauer nicht von Dumping-Angeboten leben. Neben den Angebern sitzen wahrscheinlich auch in jedem Flugzeug genug Leute, die einen regulären Preis bezahlt haben. Außerdem werden beim Anbieter Ausgaben gesenkt - koste es was es wolle. Die Technik wird extern scharf geprüft, sonst würden allein wegen technischer Defekte viel mehr Flugzeuge vom Himmel fallen. Aber am Personal kann der Anbieter durchaus sparen - das ist viel schwerer zu kontrollieren: Die Frage, wie viele Personen man für einen Job braucht, und wie ihre Arbeitszeiten dann aussehen.

Das interessiert natürlich den Kunden der Billigflieger nicht. Er regt sich über die absehbaren Folgen auf, die entstehen, wenn die Airline seinen Geiz ans Personal weitergibt.

Im Hinterkopf behalten wir dabei immer, dass die meisten Füge entbehrlich sind: Die Zeitersparnis ist minimal, die Kostenersparnis existiert hauptsächlich wegen versteckter Subventionen. Die Umweltbelastung wird generell ignoriert oder schöngeredet: Leise Düsenflugzeuge.

Nun ist die Lufthansa nicht ganz so ein Billigflieger und daher eben ein Anbieter für Leute, denen Bahnfahren zu volksnah ist. Eine Prestigesache, nichts lebensnotwendiges. Hier ein Kommentar mit dem suggestiven  Titel Die Zeit der Privilegien ist vorbei. Dort rechnet ein Journalist den Piloten ihre Gehaltsforderung vor (Journalist-Hochschulreife-Hochschulabschluss. Ihr wisst noch was ein Oxymoron ist? Genau: Wenn ein Journalist rechnet).

Zitat “Die Piloten fordern für die vergangenen fünf Jahre insgesamt 22 Prozent, die Lufthansa bietet 2,5 Prozent. Das passt nicht.” Dass das nicht passt, sieht wohl jeder. Aber jeder, der nicht ganz so verblendet ist, sieht das schwere Auseinanderklaffen der beiden Seiten bei Forderung und Angebot.

Genau diese Haltung, die Schuld für den Ausfall entbehrlicher Fliegerei allein bei den Piloten zu suchen, passt sehr gut in unsere Zeit von Neid, Gier und Geiz.

Es wird ohnehin zu viel geflogen.

24 November 2016

Jubiläum vs. Punk

Wie ich gestern erst erfahre, feiert meine bevorzugte Radiostation Radioeins heute das 40. Jubiläum des Punk. Also übermorgen. …ach, egal!

Gegen so Feiern ist eigentlich nichts zu sagen - aber alles formale widerspricht halt der Grundidee des Punk, gegen ALLES zu sein.

Ein kleiner Lichtblick dabei: In Kürze will Joe Corre Punk Devotionalien im Wert von 5Mio. verbrennen - ob €, $ oder GBP spielt dabei keine Rolle: Jedenfalls hat das Zeug hypothetisch enormen GELDwert.

Nun hat beispielsweise Der Große Bloguator™ noch nie von einem Typen namens Joe Corre gehört und wird aufgeklärt: Es handelt sich um den Sohn genau der Leute, die mit Punk am allermeisten Geld gescheffelt haben, nämlich Malcolm McLaren und Vivienne Westwood.

Dem Vernehmen nach hat auch Joe Corre bereits ein ziemliches Vermögen erworben. Dabei hat ihm seine Herkunft und allein der Name seiner Eltern sicher sehr geholfen. Außerdem kann einer, der selbst Millionär ist, nur schlecht beweisen, dass er auf alles scheißt, wenn er ein paar hypothetisch wertvolle Dinge verbrennt. Danach ist er immer noch Millionär.

Aber sicher ist das Zerstören von Devotionalien näher an der Idee des Punk als ein Festbankett an der Themse mit Champagner und anschließendem Feuerwerk.

Einige Protagonisten des Punk gehören nämlich längst selbst zum Establishment: Vivienne Westwood hat sich von der Queen adeln lasen. Das ist dieselbe Queen wie in “God save the Queen - the fascist regime”. Nun ja.

Heute, 40 Jahre später, funktioniert das Aufbegehren nicht mehr so einfach. Ein paar abgerissene Klamotten und Sicherheitsnadeln in der Backe hauen niemanden vom Hocker: Jeder zweite ist gepiercet, tätowiert und die Mehrheit trägt stylisch zerrupfte Designerjeans. Wir werden am laufenden Band mit schockierenden Meldungen und Bildern bombardiert. Wer Aufmerksamkeit will, muss daher am besten offensiv menschenfeindlich argumentieren, stumpf rechte Parolen verbreiten oder mit Enthauptungsvideos arbeiten.

Unter diesem Aspekt erscheint der alte Punk als eine geradezu romantische Zeiterscheinung, die leider lange vorbei ist.

23 November 2016

Wucher!

Neinnein, gaaanz anders!

Neben all den freudlosen Predigten muss es hier im Blog hin & wieder doch auch etwas schönes geben. Auf Colossal ist soeben ein wunderbarer Artikel mit wunderbaren Zeitrafferaufnahmen wuchernder Pilze erschienen.

Die sehen sich die geneigte Besucherin und der zufällige Besucher am besten dort an. Hier nur ein eindrucksvoller Teaser:

 

 


aus diesem Anlass noch der Hinweis auf einen Typen aus Japan, der wunderbare Pilzleuchten herstellt, die so zerbrechlich sind, dass er sie nur in seiner Umgebung verkaufen kann: Yukio Takano

…und an dieser Stelle muss die Berichterstattung leider abgebrochen werden, weil Colossal ganz offensichtlich ebensolche Begeisterung für Pilze hegt wie Der Große Bloguator™

Internetverknüpfung

Ich™ denke, dass es gut ist, wenn das VOODOOSCHAAF ab jetzt in der Linkliste erscheint.

 

 

…verdammt, ich finde das Schäfinnen-Bonmot nicht! Muss es erstmal so gehen …

22 November 2016

Neid, Gier und Geiz

Ein großer Teil der Dinge, die in Deutschland zur Zeit so schief laufen, lässt sich mit diesen drei Stichwörtern beschreiben: Neid - Gier - Geiz.

Überrascht stellt man fest, dass ungemein viele Leute, die wirklich alles haben, den Hals nicht voll kriegen können. Neulich die VW-Manager, deren Konzern wegen kriminellen Verhaltens Milliarden verliert, bestanden darauf, dennoch ihre Boni ausgezahlt zu bekommen - sie hätten ja persönlich fast nichts falsch gemacht. Gier.

Das sollte einmal eine Kassiererin im Supermarkt wagen. In demselben Konzern stehen aber ohnehin Leihsklaven neben Festangestellten und bekommen für dieselbe Arbeit die Hälfte.

Oder Neid: Menschen in gesicherten Beschäftigungsverhältnissen, Haus, Auto, die ein paar armseligen Flüchtlingen nicht die Butter auf dem Brot gönnen. Die PEGIDA-Demonstranten, die sich hinter irgendwelchen “Kultur-” und “Religionsargumenten” verstecken. Leute, denen der christliche Glaube zeitlebens völlig egal war und die meist wegen der Kirchensteuer ausgetreten sind, verteidigen nun angeblich das christliche Abendland.

Wenn “Der Islam” als Rechtfertigung nicht ausreicht, werden sie ehrlich und klagen “Die Flüchtlinge kriegen alles bezahlt!”

Oder eben Geiz: Dass man Dinge kauft, die man gar nicht braucht, weil sie vermeintlich “billiger” sind als normal. Sind sie ja nicht. Der prahlerisch beworbene großzügige Rabatt war von dem cleveren Kaufmann längst eingepreist. Oder für dasselbe Geld wurde die Packung kleiner.

Aber das Argument zieht trotzdem. Der meiste Kunde glaubt tatsächlich, dass er “die Mehrwertsteuer geschenkt” bekommt und erwirbt einen dritten Flachbildfernseher für seine jämmerliche Zwei-Zimmer-Eigentumswohnung, die er ebenfalls nur gekauft hat, weil es dafür Steuervorteil gibt.

Wann ist das so schief gelaufen? Warum schämt sich keiner von denen?

Der Große Bloguator™ kann sich an Zeiten erinnern, in denen man nur solche Sachen kaufte, die man auch wirklich brauchte. Und die man bezahlen konnte. Und an Zeiten, in denen ein Manager vielleicht doppelt so viel verdiente wie ein normaler Angestellter - und nicht das zwanzigfache. Zeiten in denen man zur Miete wohnte und sich nicht mit ebenso neidischen, gierigen und geizigen Miteigentümern herumstreiten musste.

Liegt es wirklich an der damaligen Parole aus der Fernsehwerbung “Geiz ist geil!” Haben das so viele Menschen als neue Ethik verinnerlicht, statt der hergebrachten Religion? Irgendetwas muss passiert sein, es hat in den neunziger Jahren begonnen und entwickelt sich immer noch weiter in der ungünstigsten Richtung.

16 November 2016

Prozent

Schon länger ist die Serie “Neid-Gier-Geiz” geplant, die beschreibt, wie die Deutschen heute so denken und leben.

In diesem Zusammenhang der Einstieg, eine Werbung von PayPal und der Hinweis “Das funktioniert - sonst würde es nicht gemacht”:


Na, gemerkt? Was fehlt?

Genau: Da stehen keine Preise. Da steht nicht einmal, wieviel Geld man spart. Da steht nur, dass man viel spart - IN PROZENT!

Dass so eine Werbung erscheint, lässt einen vermuten, dass sie funktioniert: Dass es der Kundschaft heute gar nicht darum geht, wieviel etwas kostet. Sondern nur noch darum, wie viel man spart - in Prozent.

Jeder Nicht-Kaufmann weiß jedoch, dass man Sachen nur kaufen kann, wenn man auch das Geld dafür hat. Und wenn erst gar keine Preise genannt werden müssen, spielt das Geld doch wohl keine Rolle. Aber warum wollen die Käufer dann sparen?

Tja, liebe Kinder, und hier nennen wir euch nun eine, nein DIE wichtigste gegenwärtige Zeiterscheinung in Deutschland: Neid, Gier und Geiz.

Wer eine andere Erklärung dafür hat, kann sich melden.

15 November 2016

Super

Gestern war ja nochmal Supermond. Das erinnert mich unschön daran, dass meine Kamera scheiße ist … ähem ... schlechte Bilder macht. Hier die Ergebnisse:




Falls es jemand nicht erkennt: Das ist auf dem Tempelhofer Feld.

Weiterer Hinweis

Um das Blog vollzukriegen hier wieder ein paar Empfehlungen aus dem Checkpoint-Newsletter. Kenne beide noch nicht, klingt ganz gut finde ich - auch wenn ich die letzten noch nicht abgearbeitet habe:

Neu in Neukölln: Das Holy Flat in der Lenaustraße 10 (S/U-Bhf Hermannplatz). Kaum ist das vegane Fastfood des Dandy Diners versiegt, werden ein paar Straßen weiter neue vegetarische und vegane "Bowls" aufgetischt. Die Betreiber sind andere, das Ambiente netter und die Schüsseln voller. Zur "Holy Bowl" mit gegrilltem Gemüse und Kichererbsen oder zur "Viva Bowl" mit Süßkartoffel-Streifen, pochiertem Ei, Guacamole und Sour Cream (je 7,50 euro) gibt´s hausgemachte Limo - klingt vielversprechend. Mo-Fr 11.30-21 Uhr

Trinken Altbewährt ist hingegen die Filmkunstbar Fitzcarraldo in der Reichenberger Straße 133 (U-Bhf Kottbusser Tor). Der Laden ist Bar, Club, Videothek und Programmkino zugleich. Hier ist es nicht hip, eher ein bisschen schräg, wie man so unter ausladenden Girlanden sein Bier schlürft. Hat was! Tgl. ab 16 Uhr

 

Zur Einleitung, Entschuldigung & Begründung hier

09 November 2016

Erneut

Schon wieder! Der Link in diesem Artikel musste schon wieder aktualisiert werden.

[x] done!

03 November 2016

Bewegtbild

Der Große Bloguator™ ist bekanntermaßen von der Ferne fasziniert - und vom Segeln. Für die Ferne mangelt es gegenwärtig aber an Zeit. Und die Segelsaison scheint beinahe vorbei.

So mag es jedenfalls für den Laien aussehen. In der Praxis kann man in Berlin segeln, so lange das Wasser flüssig ist. Und wenn es richtig fest ist auch wieder.

Allerdings bietet Berlin nicht ganz so ein berauschendes Panorama dafür wie der Baikalsee. Ja, genau: Der Baikalsee in Sibirien.

Dort wird das Wasser viel gründlicher fest und lässt sich auf vielerlei Arten nutzen. Wir hatten einen Bericht bereits hier.

Heute wird auf diesen wunderbaren Film vom Eissegeln hingewiesen. HD und Vollbild, bitte:


via Segelreporter

Worum es beim Eis-Rennsegeln geht, beschreibt derselbe Autor hier:

Tja.

31 Oktober 2016

Feiertage II

extended mix

Türklingeln

"Guten Tag! Haben sie eben mein Kind geschlagen?"

"Den rotzlöffel der vorhin hier jeklingelt hat?"

"Sie haben mein Kind geschlagen?"

"Naja, dachte ick mir, so lernste die hirnfreien eltern von dem erpresser am sichersten kenn'."

"Das war doch nur ein Spaß!"

"Dit sehe ick anders."

"Das ist nur ein Kinderspaß!"

"Leute erpressen is spaß?"

"NATÜRLICH IST DAS SPASS! Es geht um Süßigkeiten!"

"Da muss mir wat entgang' sein, wie ick den sagen höre 'Sonst gibts saures!' "

"Sü-ßig-kei-ten!"

"Wenn mir jemand droht hört der spaß uff! Ooch wejen süßichkeiten. Die lern’  im kinderjarten schon wie erpressung jeht. Soll ick ihnen ooch eene feuern?"

"Wagen sie es nicht!"

"Wir ham ja noch jelernt diss man von fremde nüscht annimmt. Besonders nich süßichkeiten. Dit kenn sie jar nich, wa?"

"Das ist ein ganz harmloser Brauch zu Halloween!"

"Dit glooben sie. In unsere familie is erpressung keen brauch. Hier in unserm wohnhaus ooch nich."

"Pfft, für spaß sind sie einfach zu alt!"

"Ach ja, richtich, spaß. Ick bin jespannt, wann ihre blagen dit mit dem chili und die hundekacke rausfinden."

"WAS?"

"Wie ihre erpresserbrut unsere türklinke beschmieren wollte is meine frau doch noch weich jeworden und hat die wat jejeben."

"Was hat das mit Chili und... und...?"

"Na, die Bonbons sind selberjemacht mit vülle chili. Dit werden die Kinder sicher bald merken."

"Und ...und... was ist mit ... mit ... Hundekot?"

"Na, die Pralinen ham wer ausjewickelt und in Hundekacke jewälzt, damit die een würzijet aroma kriejen."

"Sie ... sie können doch nicht unsere Kinder vergiften!"

"An so hundekacke is nüscht giftijet. Die meisten hunde essen jesünder wie ihre herrchen."

"Sind sie wahnsinnig!?!"

"Ick sage doch: Kinder solln von fremde nüscht annehm. Bin jespannt, wie lange die brauchen, bis se dit rausjefunden haben.”

“Aber, aber…”

“… hallo? Wo wolln sie denn hin? Wolln sie sich nich nochn bisschen mit mir unterhalten? Und mir ooch meine zeit stehlen? WIE IHRE DÄMLICHEN BLAGEN?"

30 Oktober 2016

Feiertage

Einst vereinnahmte die christliche Kirche bereits vorhandene heidnische Feste und gab sie als ihre eigenen aus. In den amerikanischen Kolonien wiederum schmuggelten christianisierte Sklaven aus Afrika ihre mitgebrachten Götter unter die christlichen. Ein spätes Revanchefoul, sozusagen.

Dann besetzte im Auftrag eines Getränkekonzerns ein rot-weißer Heiliger das ursprünglich christliche Weihnachtsfest mit den Unternehmensfarben. So lösen die verschiedenen Religionen einander in stetigem Wechsel ab.

Die letztere Glaubensrichtung scheint derzeit die Oberhand zu gewinnen: Seit nur wenigen Generationen klagen europäische Frauen an einem Datum namens Muttertag die Aufmerksamkeit ihrer übrigen Familienmitglieder ein. Der Brauch stammt wohl ursprünglich aus der neuen Welt und wurde von den Nationalsozialisten als deutscher Feiertag etabliert, aus welchem Grund auch immer. Vermutlich, weil es nichts kostete.

Seit weniger als einer Generation versucht eine Koalition aus Floristen und Konfekterzeugern all denen ein schlechtes Gewissen einzureden, die ihrer Liebsten am Valentinstag nicht einen räudigen Strauß Blumen und ein Paket Industriepralinen hinstellen.

Und seit vielleicht einem Jahrzehnt Halloween. An diesem Tag ermutigen Eltern und Kindergartenpersonal ihre lieben Kleinen, bei organisierten Beutezügen wildfremde Leute zur Herausgabe von Süßigkeiten zu erpressen, sonst...! Was in Elternhirnen vorgeht, die so etwas erlauben oder sogar anstacheln, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Aber die Blagen müssen ja auf das richtige Leben vorbereitet werden. Und da ist man besser Täter als Opfer. Tja. Wie werden wir diesen Feiertag einst nennen? Ich schlage "Tag des Spatzenhirns" vor.





sorry, ich kann einfach nicht anders, hier noch der Gruß an die Österreicher: Hallo, Wien!

19 Oktober 2016

Kaffee-Limonade

Wer sich ein wenig über die Begeisterung des Großen Bloguators™ bezüglich eines trivialen Newsletters wundert, mag die folgende Empfehlung für ein Café lesen. Und verstehen:


Isla Coffee. Strategisch günstig am U-Bhf Boddinstraße gelegen, lädt das schlichte Café zum frühen Koffein-Shot und Sandwiches mit wildem Ruccola, gegrillter Birne und Ricotta.

Letzterer wird aus Milch, die beim Kaffeemachen übrig bleibt, selbst gemacht - klingt ungewöhnlich, hat aber Methode, denn das Isla hat sich der restlosen Resteverwertung verschrieben. So gibt es sogar Kaffee-Limonade und getrunken wird der morgendliche Muntermacher aus Tassen, die aus Kaffeesatz hergestellt wurden.

Hermannstraße 37, Mi-Mo 8-18 Uhr


Das ist gar nicht weit von hier. Werde ich morgen probieren.

18 Oktober 2016

Am Ende des Tags

Jetzt habe ich immer noch kein zündendes Tag für diese Serie geklauter Ausgehempfehlungen… in der Hölle schreiben sie eifrig an meinem Lebenslauf mit.

Heute - aus gegebenem Anlass - und aus dem Tagesspiegel Checkpoint - dieser Hinweis:


Trinken wie zu Kaisers Zeiten: Am Ende des 19. Jahrhundert gründeten die Brüder Max und Emil Leydicke die gleichnahmige Weinprobierstube für Proletariat und Kleinbürgertum in der Mansteinstraße 4 in Schöneberg. Die Studentenbewegung entdeckte das Lokal in den 1970er Jahren als urige Kneipe, Wirtin Lucie Leydicke trug das ihre dazu bei, die antiquierte Trinkhöhle legendär werden zu lassen. Heute pflegt Raimon Marquardt die Likörkultur der Gründer. Geöffnet täglich ab 19 Uhr.

Der gegebene Anlass ist die räumliche Nähe zum Heim des Großen Bloguators™. Wer ihn einmal leibhaftig¹ treffen möchte, könnte dies mit einem Besuch bei Leydicke verbinden. Ja.

 

 


¹ eine seltsame Häufung von unterweltlichen Formulierungen heute. Unterirdisch.

13 Oktober 2016

Bildungsnotstand!

Neinnein, diese Überschrift ist tatsächlich mal ironisch, nicht ernst. Hier zuerst ein kleines Zitat aus dem erst gestern gelobten Checkpoint:

So ganz genau möchte man eigentlich gar nicht wissen, was da schief gelaufen ist in der Potsdamer Schönheitsklinik, aber fest steht: Beim Versuch, einer Berlinerin die Bauchdecke zu straffen, hat ein Arzt seiner Patienten den Hintern verbrannt (34.000 Euro Schmerzensgeld und Entschädigung).

…und zusammen mit allen Lesern fragt sich der Große Bloguator™, wie es einem deutschen Arzt, naja, “Schönheitschirurgen”, passieren kann, dass er Bauchdecke und Hinterteil verwechselt? Der muss auf dieselbe Schule gegangen sein wie der Öttinger und der Stoiber.

12 Oktober 2016

Änderung

Damit hier im Blog mal wieder was passiert…

Kernthemen dieses Blogs sind ja Moral, Kunst, Segeln, Unfug und noch einige andere Sachen. Leider macht gerade der Unfug immer wieder viel Arbeit, d.h. es kostet Zeit, neuen zu verzapfen.

Andererseits.

Andererseits versendet die vom Großen Bloguator™ sehr geschätzte Zeitung namens Tagesspiegel werktäglich einen sehr informativen wie auch unterhaltsamen Newsletter namens Checkpoint (auf der Tagesspiegel-Webseite ganz leicht zu finden, sonst bestellt man hier).

Dieser Newsletter wird leider nirgends archiviert, wie das bei den digitalen Medien sonst so üblich ist. Nun wäre das nicht weiter tragisch, gewöhnliche Nachrichten sind eine verderbliche Ware und der Newsletter enthält gar nicht  die Nachricht selbst, sondern nur den Teaser und Kommentar zum Geschehen.

Außerdem enthält aber beinahe jeder Checkpoint Ausgeh-  und Essenstipps, welche nicht so schnell verfallen wie das Gemüse auf den Tellern. Diese werden leider ebenfalls nicht archiviert und das wiederum ist schade. Man kann sie ein paar Tage später nicht mehr nachschlagen, sofern man nicht - wie Der Große Bloguator™ in seiner Sammelleidenschaft - den Newsletter täglich speichert¹.

Aber dabei entsteht leider auch nur ein schwerlich durchsuchbares Archiv.

Deshalb sollen hier in loser Reihenfolge die Ausgehtipps des Tagesspiegel-Checkpoint nachgedruckt werden, in einer Art öffentlichem Archiv, zum Nutzen und Frommen aller werktätigen Hungerhabenden. Ich hoffe, die Autoren Lorenz Maroldt und Robert Ide sehen das mit dem Urheberrecht nicht all zu eng.

Auszug vom 10.10. 2016:


Essen In der Kantine im Rathaus Kreuzberg (Yorckstraße 4-11) sitzt man zwar auf altmodischem und abgewetztem Mobiliar, dafür im 10. Stock mit super Ausblick. Serviert wird Hausmannskost: Erbseneintopf, Schweinebraten und Wurstsalat. Aber auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten: Unter den 4-5 Mittagsgerichten ist immer eine fleischlose Option (Hauptgang 3-6 Euro, geöffnet Mo-Fr 7-15 Uhr). Mittwochs ist Waffeltag! 

Trinken Wer im Brunnenviertel in Mitte unterwegs ist, sollte im Hermann Eicke vorbeischauen. In dem minimalistischen Café mit Schwarz-Weiß-Fotografien an den Wänden gibt es ausgezeichneten Kaffee - kein Wunder, schließlich soll der Namensgeber 1880 die erste Kaffeemaschine der Welt gebaut haben. In der Brunnenstraße 45 (U-Bhf Bernauer Straße) wird sein Andenken in Ehren gehalten (Mo-Fr 8-19 Uhr, Sa-So ab 9 Uhr).


   

   

 

¹ neinnein, das geschieht beinahe automatisch mittels eines Filterwerkzeugs im Mailprogramm

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